Grundlagen der Farbgenetik

Die Grundlagen der Farbgenetik

 

ABCDG sind die Grundfaktoren zur Farbbildung des Kaninchens. Diese Grundfarben werden durch eine Vielzahl verschiedenster anderer Faktoren noch beeinflusst, welche sich dann auf das Erscheinungsbild des Kaninchens auswirken: Scheckung, Silberung und viele,viele modifizierende Faktoren, welche noch lange nicht alle bekannt sind. Für weitere Information bieten Internet und eigene Bücher über Farbgenetik beim Kaninchen große Lernmöglichkeiten.

 

A –alle Farben gleich

 

Der Buchstabe A soll darauf hinweisen, dass das Kaninchen alle Farben normal ausbildet.

 

a-chi

Der rote bzw. gelbe Farbstoff wird eliminiert bzw. seine Bildung gestört. Durch die Nichteinlagerung dieser Farbstoffe wirken die Stellen weiß. In mancher Literatur wird dies als „chin-Faktor“ bezeichnet, welcher wie ein Radiergummi die warmen Farbtöne ausradiert. So wird unter Einwirkung des Faktors aus einem Japaner ein Rhön, aus einem einem Loh ein Weißgranne und aus einem Wildfarbigen ein Chin. Das einfarbige Chinkaninchen kann oft nur vom Fachmann von einem schwarzen Tier unterschieden werden. In der Literatur wird es auch gerne als Dunkelchin bezeichnet.

 

 

Am

Theoretisch gesehen macht dieser Faktor aus einem wildfarbigen Tier einen Chin mit schwacher bräunlicher Farbe, das man im deutschen einfach als Marder bezeichnet. Typmarder sind immer spalterbig (Marder & Russenmarder). Reinerbige Marder sind wiederum fast schwarze Tiere, welche unter Umständen sogar als viel zu dunkle Havanna angesehen werden (was natürlich falsch ist). Demnach ist eigentlich der Marder ein schwarzes Tier.

 

An

International als himilayan bekannt, nennt man im deutschen Kaninchen mit diesem Faktor Russen. Diese Tiere sind Teilalbinos und unterliegen auch der Kältefärbung. Jene Extremitäten, die am meisten der Kälte ausgesetzt werden, färben sich zuerst dunkel und bleiben dann auch so: Nase, Löffel, Blume und Vorder/Hinterpfoten. Wird ein Russe während der kalten Jahreszeit auf einer Stelle rasiert, so wächst das Haar dunkel nach, verschwindet aber bei der nächsten Haarung wieder. Jungtiere, welche in den ersten Lebensstunden zu großer Kälte ausgesetzt waren, da die Mutter sie nicht ordentlich ins Nest beförderte bzw. unter einem Kälteeinbruch zu leiden hatten und überlebten, färben sich teilweise fast gänzlich schwarz und haben erst nach einigen Monaten die korrekte Färbung (internat. Black russian/himilayan)

 

 

 

 

 

Albino, das ist ein Kaninchen ohne jeglichen Farbstoff im Haar und durch das fehlende Pigment trägt es auch noch rote Augen. Albinos sind wie bereits erwähnt nur äußerlich weiß erscheinend, vererben aber dieselben Farben als ihre Geschwister.

 

 

Da das Enzym Tyrosinase fehlt, kommt es zu keiner Pigmentbildung

Weißes Kaninchen ohne jeden Farb­stoff mit roten Augen (durch den fehlenden Farbstoff ist das im Augen­hintergrund zirkulierende Blut sichtbar). Albinos vererben die selben Farbinfos wie andere Tiere auch, man sieht sie nur nicht, da das die Pigmen­tbildung bewirkende Enzym Tyrosinase fehlt. Da jegliche Information oft fehlt, wird es daher oft so --c--a---- dargestellt.

 

B – Schwarzverteilung (B wie black engl. Schwarz)

Ein B bezeichnet die normale Verteilung der schwarzen und gelben Farbanteile.

 

Bee & Be

Da in der Literatur sehr viele widersprüchliche Aussagen getätigt werden, bzw. auch die Fachleute sich bei Eisengrau, Stahlgrau, Dunkeleisengrau etc sich in die Haare geraten, wird dieser Punkt hier nicht genauer betrachtet.

 

 

b

Der Kleinbuchtstabe steht für verminderte Ausbreitung von schwarz. Am Tier sichtbar werden die Wildfarbigkeitsabzeichen, da sich der schwarze Farbton bis in die Haarspitzen zurückgezogen hat bzw. gänzlich unsichtbar geworden ist. Das gelbe/rote/goldene Tier ist daher als wildfarbiges Tier anzusehen und nicht als einfarbiges. Dies ist sehr wichtig für die Zucht der dreifärbig erscheinenden Klein Rexe wichtig.

 

bj

Schwarze und gelbe Farbstoffe sind wie in einem Mosaik bzw. in verschiedenen Abständen (Muster einer Ringelsocke) auf dem Kaninchen angeordnet. Dabei kann das Erscheinungsbild wirklich so wie beim Japanerkaninchen erscheinen, wohl aber auch „gebrindelt“ (wie bei Hunderassen) oder fleckig, verschwommen etc ausgebildet sein. Beim gebrindelten bzw. fleckigen Muster sprechen manche Fachleute dann auch von „birkenmäßig““ oder „geblümt“ gezeichneten Tier. Kommt zum Japanerfaktor noch der Chinfaktor so wird wiederum der Gelbton eliminiert und die Zeichnung mit „Rhön“ benannt. Auch beim „bj“ scheiden sich die Geister.

 

 

 

 

 

 

 

C

Kennzeichnung für die Existenz von schwarzem Farbstoff.

 

 

 

c

bezeichnet braun, welches bei allen Rexvarianten als Havanna bekannt ist.

 

G

Bezeichnet die Wildfarbigkeit.

 

Das einzelne Haar ist gebändert und das Kaninchen selbst zeigt Wildfarbigkeitsabzeichen.  Durch modifizierende Faktoren für schwarz und rot und durch den Breidbandfaktor oder Breitbandgen/Rufusfaktor) kann das Aussehen der Kaninchen sich drastisch von einander unterscheiden. Musterbeispiel für Wildfarbe ist das Klein Rex castorfärbig.

 

 

 

g0

kennzeichnet die Teilwildfarbigkeit der in England entstandenen Lohfarbe. Hier ist das Ringelmuster der einzelnen Haare aufgehoben. Der Begriff kommt von der Lohe (Gerbmittel), welches im Englischen als „tan“ bezeichnet wird und soll beim Kaninchen bedeuten, dass die Wildfarbigkeitsabzeichen bleiben. 

 

g

Für die Einfarbigkeit eines Kaninchens verwendet man den Buchstaben „g“. Hier wird kein Wildfarbigkeitsmerkmal mehr ausgebildet.

 

 

 

Leuzismus x

Weiße Kaninchen mit blauen Augen entstehen anders als weiße Kaninchen mit roten Augen. Daher verwendet „x“ für Kaninchen mit weißem Fell und blauen Augen und „X“ für alle anderen Kaninchenfarben mit blauen Augen.

 

 

 

 

Für alle die sich aber richtig hineinknien  und dabei viele Daten auswendig lernen wollen, verweise ich hier auf Renate Regitz umfassende Seite Kaninchenfarben.de 

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