Fleisch ist kein Kaninchenfutter

Fleischfütterung in der Kaninchenzucht

- für mich absolut nicht tragbar!

 

Ich möchte an dieser Stelle mich von jeglicher Fleischfütterung beim Kaninchen distanzieren. Es ist weder artgerecht noch in irgendeiner Form sinnig und führt nur zur katastrophalen Problemen!

 

Ich habe leider in den letzten Jahren immer wieder von Züchtern (gut gemeint oder komplett wahnsinnig, das ist mir leider nicht bekannt), dass sie Häsinnen vor dem Werfen Wurst und Speck oder rohes Fleisch anbieten, damit diese nicht ihre Jungen fressen. Das ist widersinnig, nicht artgerecht und führt maximal dazu, dass die Häsin erst recht blutdurstig wird, wenn sie bereits ein entsprechendes, charakterliches Defizit aufweist. Zum Vermeiden von Fraß kann man diesen Punkt gerne lesen:

Die Häsin tötet ihre Jungen!

 

Um Kaninchen aber schneller schlachtreif oder höher ins Gewicht zu bekommen, füttern einige Züchter Katzentrockenfutter bzw. Katzennassfutter. 

Katze = Raubtier

Kaninchen = Beutetier auf vegetarischer Fressbasis. 

 

Dabei wird von den Haltern darauf hingewiesen, dass Kaninchen keine Vegetarier sind, da sie Nachgeburten bzw. Jungtiere fressen. Diese Aussage ist wider jeglichen Hausverstandes, denn die Gründe dieser oben erwähnten Fressverhalten haben mit Nestpflege und Wiederaufnahme von Nährstoffen zu tun. 

Ich möchte hier eine russische Studie aus dem 20. Jhdt veröffentlichen, in welcher man herauszfinden versuchte, was passiert, wenn man Kaninchen mit Fleischfutter ernährt.
 

Fütterung von tierischem Eiweiß in der Kaninchenzucht

 

1.    

Fütterung von tierischem Eiweiß führt bei Jungtieren zu Albuminurie und gehen           früh zugrunde.

2.    
Bei tierischer Nahrung: Milch und Eigelb, geht die Entwicklung junger Kaninchen 1-1,5 Monat normal vor sich, doch weiter bleiben solche Tiere hinter den Kontrolltieren zurück. Die jungen Kaninehen können bei tieriseher Nahrung nur 3-4 Monate leben.

3.    
Die tierische Nahrung ruft bei jungen Kaninchen Modifikationen des Blutes hervor, welehe sich in Aniämie mit bedeutender Verringerung des Hämoglobins, Gehalt an Erythrozyten
und Leukozytose äußert.

4.    
Bei der pathologisch-anatomischen Untersuchung der zugrunde gegangenen Kaninchen wurde folgendes festgestellt:
a) Leberzirrhose, mit und ohne Aszites und Vergrößerung der Milz.
b) Parenehymatöse Nephritis.
c) Atheromatose der Aorta.
d) Bedeutende Hypertrophie der Nebennieren.

5.    
Primare atheromatose Verhinderungen werden in der Intima festgestellt.

6.    
Die Nachkommenschaft fleischfressender Kaninchen zeigt keine größere Unempfiingliehkeit für die tierische Nahrung, als die Jungen normaler Kaninchen. Solche Tiere sind im Gegenteil empfanglicher fiir die Wirkung dieser Nahrung.

7.    
Die tierisehe Nahrung reagiert am stärksten auf die Leber und das Gefäßsystem junger Kaninchen.

8.    
Was die Nieren anbetrifft, so zeigt sich eine entgegengesetzte Wirkung, diese Organe sind bei erwachsenen Tieren stärker affiziert.

Selbst die minimale tägliche Dose von 1 bis 2 g beeinflusst den Zustand des Kaninchens, indem dieselbe auf den 0xyidationsprozeß einwirkt, doch zugleich wird die Empfanglichkeit der Tiere gegen das Fleisch geringer, und bei allmählicher Steigerung der Dosen erhält man die Möglichkeit, den Kaninchen wochenlang eine Menge Fleisch zuzuführen, welche bei den früheren Versuchen den Tod der Tiere nach 5 his 6 Tagen herbeiführte. Doch auch bei diesen Versuehen gingen die Kaninchen früher oder später zugrunde, nur äußerte sich die Affektion der 0rgane in anderer Art, als bei den heftig auftretenden Vergiftungen. - In der Leber und in den Nieren wurde ein feinzelliges Infiltrat
beobachtet, mit der Neigung zur Bildung jungen Bindegewebes.

Auf diese Weise lässt sich beim Vergleich dieser Kurven die Tatsache feststellen, das die Jungen fieischfressender Kaninchen keine Immunitat gegen die tierische Nahrung zeigen, dass im Gegenteil solche Tiere früher zugrunde gehen, als die Jungen normaler Kaninchen bei denselben Quantitäten zugeführten Eigelbs.

 

Aus dem Russischen übersetzt von Dr. Lyuezin (Omsk) für Dipl. Päd. Marina Caldwell

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